Familienbett

Oh weh! Ein Thema wie kein anderes (außer vielleicht Impfen...).

 

In der einen Ecke stehen die Herzlosen, die ihr Kind mit seiner Angst alleine lassen und jedes verzweifelte Schreien ignorieren. Auf der anderen Seite haben wir die naiven Klammerer, die ihren Kleinen die Chance auf Selbstbewusstsein und Autonomie von Anfang an versauen. Wenn sie ihr Kind nicht irgendwann aus Versehen zerquetschen.

Gute Grundlage für einen vernünftigen Dialog, oder? Nicht wirklich.

 

Am besten spricht man das Thema gar nicht erst an. Vor allem nicht bei anderen Eltern. Man weiß ja nie, wen man da vor sich hat und ob das Ganze in Harmonie oder Anfeindungen endet. Alles möglich. Alles schon erlebt.

 

Aber warum reizt das Thema uns so?

 

Jeder muss doch für sich entscheiden und dann auch dazu stehen (dürfen). Die eigene Entscheidung wird ja nicht besser, wenn man die der anderen bekämpft. Leben und leben lassen.

 

Unsere Kinder schlafen bei uns. Alle drei. Dafür haben wir extra ein 2,40 x 2,40 Bett gebaut.

Ich finde es toll so, wie es ist. Und ich weiß, dass es irgendwann sowieso von alleine aufhört. Irgendwann lieg ich da allein L

Angefangen hat alles beim großen C und einem Beistellbett. Irgendwann ist er zu uns gewandert. Sein Zimmer ist jetzt bloß noch Spieleland.

Dann kamen die Twins. Zuerst haben sie in ihren Betten geschlafen, zusammen in einem Zimmer. Vor allem weil sie 7 Wochen zu früh kamen und ich dachte, sie sind das Alleinschlafen aus dem Krankenhaus gewöhnt.

Doch nach eineinhalb Jahren haben sie gemerkt: Man kann auch bei Mama und Papa schlafen. Das war dann eben so. Bis heute.

 

Jetzt liegen die drei kleinen Schätze jede Nacht kreuz und quer, oben und unten bei uns im Bett. Und dank der 2,40 x 2,40 ist das halb so wild. (Obwohl man schon mal Füße im Gesicht hat.)

 

Wir lieben unser Familienbett. Aber ich würde es niemandem vorschreiben. Ob es richtig ist oder nicht, kann man eigentlich nie wissen. Die Kindheit ist so vielfältig und jedes Kind so verschieden, wer kann da sagen, was immer, überall und für alle Kinder das Beste ist? Kinder sind keine Atome.

 

Ich möchte nicht verurteilt werden für meine Entscheidung. Und ich möchte niemanden verurteilen.

 

Manchmal haben die Twins keinen Bock auf das Familienbett und gehen zum Schlafen in ihr Zimmer. Manchmal auch nur einer von beiden. Vielleicht reicht es ihnen manchmal mit der Zuneigung.

Ich glaube, dass sie im Familienbett besonders viel Aufmerksamkeit, Zuneigung, Liebe, Vertrauen und Nestwärme bekommen. Dafür fühlt man sich manchmal wie ein Streichholz. Oder ein Boxsack. Schlafmangel inklusive. Aber es ist nur für eine begrenzte Zeit. Also, was soll´s?

 

Ich bin gespannt, wie lange es noch so geht. Und ich freue mich auf die Erfahrungen, die noch kommen. Wann wollen sie nur noch ins eigene Bett? Schlafen sie dann durch? Oder kommen sie nachts wieder zu uns?

 

Aber was heißt das jetzt für den Dialog? Ganz klar: Wer will, der soll. Und wenn nicht, dann eben nicht.

 

Es macht einen nicht zur besseren Mutter. Aber auch nicht zur schlechteren. Es ist wichtig, die Position der anderen zu respektieren. Andere Umstände, andere Entscheidung.

 

Jedem das Seine.

 

Eure Leo

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Kommentare: 1
  • #1

    Eva (Mittwoch, 15 November 2017 15:01)

    Ganz genau so� Ist bei uns immer so gewesen und jetzt wieder �