Mit Kindern essen gehen

Wir waren gestern im Restaurant!

Wir trauen uns tatsächlich immer wieder. Doch jedes Mal gehe ich mit dem gleichen Satz aus dem Lokal: „Nie wieder! Wie konnten wir nur?“

 

Aber das Problem ist: Du gehst an einer Pizzeria vorbei, hast auch noch Hunger und denkst dir: Geil! Klappt bestimmt J Diesmal wirklich.

Die ersten 10 Minuten klappen auch echt super, doch irgendwie vergisst man immer, wie lange die in der Küche brauchen.

Aber ich bin natürlich auch top vorbereitet und meine Kinder dürfen malen. Kommt bei Jungs immer gut... Leo??? Wie wär´s mal mit Autos. Naja, immerhin bekomme ich damit noch mal weitere 5 Minuten.

Dann geht es los und die Twins schlagen sich wegen der Farben. Einer ist glücklich mit 12 Stiften, der andere schreit das ganze Lokal zusammen.

Dazu die Blicke der Leute: als wollten sie mich kastrieren. Aber mal ehrlich, glaubt ihr nicht den Eltern ist das nicht eh schon schlimm genug?

Am liebsten würde ich mich an den Tisch nebendran zu dem spießigen Ehepaar (glaube ich zumindest) setzen und sagen: „Tja, der alleinerziehende Vater kommt ja gar nicht klar mit den Jungs!“

Aber tatsächlich schwitze ich und bekomme Panikausbrüche. So, und da könnt ihr euch eure hübschen Blicke gerne sparen. Meine Kinder haben eben keinen Aus- oder Pause-Knopf.

Als wir in Madrid gelebt haben, gestehe ich euch, waren wir jeden Tag essen. Jeden.

Und es war so entspannt. Und das liegt nicht zwingend nur daran, dass wir nur ein Kind hatten. Allein die Bedienungen waren so was von freundlich. Außerdem waren dort noch so viele Kinder, man ist gar nicht aufgefallen.

Die Bedienungen spielen sogar mit deinen Kindern und bringen nicht selten Wundertüten, Stifte oder kleine Spielzeuge. Top vorbereitet. Consti konnte durchs Restaurant laufen und es hat niemanden gestört. Im Gegenteil: Die anderen Gäste haben sich sogar über ihn gefreut und mit ihm Scherze gemacht! Gemeckert hat nie irgendwer.

 

Doch bei uns in Deutschland hängen wir irgendwie hinterher.

Bei uns sind Kinder nicht die Zukunft und einfach zauberhaft, sie sind eine Last.

Das ist traurig.

 

Bei uns kriegt man höchstens wertvolle Erziehungstipps vom Nachbartisch: „Kauf der Kleinen doch ein Eis!“        

What??

Erst einmal heißt es DER Kleine. Und Eis? Ernsthaft? Damit er aufhört zu schreien? Klar, danke für diesen pädagogisch nachhaltigen Tipp.

Nein, ich belohne doch mein Kind nicht noch dafür, dass er hier alles zusammen brüllt.

„Du schreist aber toll! Hier ein Eis und wenn das leer ist, schrei doch noch mal. Es gibt bestimmt noch mehr Sorten“.

Also wenn ihr irgendwann mal ohne Kinder essen seid und uns begegnet solltet, dann rennt ;-). Bitte bestraft uns nicht mit bösen Blicken und spart euch eure Kommentare.

Aber die nächsten zehn Jahre findet ihr uns eh nur noch in Schnellrestaurants. Danke an Vapiano und Co. Schön dass es euch gibt!

 

Eure Leo

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