All I Want for Christmas is You!

Ich würde Weihnachten gerne streichen.

 

Die letzten zwei Jahre hatte ich weder einen Baum noch Weihnachtsschmuck.

Dabei habe ich grundsätzlich nichts gegen Weihnachten, ich bin nicht der Grinch. Davor hatten wir das volle Programm: Baum, Deko, Krippe – alles ganz normal. Aber die letzten zwei Jahre ging es einfach nicht.

 

Die Weihnachtszeit ist für mich emotional eine der schlimmsten Zeiten im Jahr. Viele von euch kennen den Grund: Weil einer der wichtigsten Menschen für mich, meine Familie und meine Kinder fehlt.

Also wegen mir könnten wir die Weihnachtszeit – und auch das Schmücken – überspringen.

 

Doch da stehen drei kleine, zauberhafte Jungs vor mir, die aus dem Fenster blicken und Ausschau nach dem Weihnachtsmann halten. Das erinnert mich daran, wie magisch die Weihnachtszeit für Kinder ist.

Und ich glaube ganz fest daran, dass meine Schwester nicht gewollt hätte, dass es für meine Jungs diese Magie nicht gibt. Ganz im Gegenteil: Wir haben es ja auch geliebt, als wir klein waren.

 

Ich erinnere mich daran, wie ich mit ihr damals am Fenster stand, um nach dem Weihnachtsmann zu sehen. Genau wie es heute meine Jungs tun. Und ich erinnere mich daran, wie es für uns mit jedem Jahr schöner wurde, anderen etwas zu schenken. Welche Freude wir hatten, wenn wir gesehen haben, dass wir mit unseren Geschenken richtig lagen. Vor allem die großen Augen der Kleinen waren für uns das Größte.

 

Das macht Weihnachten so hart, weil das alles wieder hochkommt. Und weil du einfach fehlst. Du hättest an Weihnachten unseren Raum mit so viel Liebe gefüllt, mit so viel Humor. Du hättest meine Kinder so glücklich gemacht und ihnen so viel Mist beigebracht, über den ich mich aufgeregt hätte. Du hättest sie mit deiner Liebe überschüttet, genau wie du uns überschüttet hast.

Wir müssen einen Weg finden, Weihnachten mit all der Freude und all dem Leid zu feiern. Mit all den schönen und all den traurigen Erinnerungen. Nichts ist mehr, wie es einmal war. Deshalb müssen wir neue Wege gehen, neue Rituale schaffen. Es ist ein bisschen so, als müsste man wieder laufen lernen: Man muss ein Schritt nach dem anderen machen.

 

Ich weiß, dass ich nicht alleine bin. Für viele ist die Weihnachtszeit genauso schwer, weil jemand am Tisch fehlt. Vielleicht zum ersten Mal, vielleicht schon länger. Ich möchte allen unglaublich viel Kraft und schöne Erinnerungen wünschen. Denn auch sie müssen neue Wege finden.

 

Weihnachten wäre so schön, wärst du noch da.

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Kommentare: 1
  • #1

    Lisa Vollmer (Mittwoch, 20 Dezember 2017 20:40)

    Ach Leonie, was ein rührender Post von dir! In Gedanken bin ich bei dir. Fühl dich gedrückt! Vielleicht schaffen wir es ja Anfang Januar auf einen Kaffee? Bin im Ww. Liebe Grüße, Lisa