Kroatien 2018: Wir waren im Urlaub

Endlich haben wir uns getraut. Zum ersten Mal sind wir mit den Kindern weiter als bloß nach Holland gefahren. Davor waren wir nicht mehr im Sommerurlaub, seit die Zwillinge auf der Welt sind. Zwei Erwachsene, drei Kinder – das sind eigentlich zwei Augen zu wenig. Aber es hat alles super geklappt J

 

Urlaub? Ja? Nein? Vielleicht...

Im Vorfeld habe ich mir so viele Sorgen gemacht. Was könnte passieren? Was wäre wenn...? 

 

So ging es mir bisher immer. Ich habe mir dann so viele Sorgen gemacht, dass ich den Urlaub lieber verschoben habe. Aber gebrauchen konnte ich so einen kleinen Urlaub schon. Und für die Kinder und uns ist schon jeder Wochenendtrip eine so schöne Erinnerung. Wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere, waren die Urlaube immer einzigartige Erfahrungen. Also wurde es langsam mal Zeit. 

 

Ok, der Entschluss stand also: Wir fahren in den Urlaub. Aber damit standen wir ganz am Anfang. Wann? Wohin? Wie? Fragen über Fragen. 

 

Eine Frage war leicht zu beantworten. Wohin? Da fielen mir sofort tausend Orte ein: Dubai, Thailand, Australien, Schweden, Neuseeland, Dänemark, Holland...

 

Aber beim Wie wurde es schon kniffliger. Fliegen mit 3 kleinen Kindern? Lieber nicht. Blieb also noch das Auto. Aber Langstrecke über 10 Stunden...Och nö. 

 

Wenn wir nicht fliegen und lange fahren wollten, fiel die Hälfte der Orte flach. Also: dieses Jahr Urlaub in Köln. Das konnte es ja auch nicht sein... Oh man, also doch länger fahren? Urlaub mit kleinen Kindern ist nicht leicht. 

 

Wie macht man Urlaub mit kleinen Kindern?

Wir befanden uns also in der Zwickmühle. Wollten wir es warm haben und noch vor dem Sommerferien fahren, mussten wir weiter weg. Dafür müssten wir aber schon etwas länger fahren...

 

Am Ende haben wir uns für Kroatien entschieden. Das Ziel unseres ersten großen Familienurlaubs stand also fest! Fliegen wollten wir nicht, wegen dem fehlenden Augenpaar und der fehlenden Geduld unserer Kinder. Das hieß also: Auto. 

 

Als ich die Fahrtzeit berechnete, wurde mir erst etwas übel. 10 Stunden, wenn es gut läuft. Dann sah ich aber die vielen Städte auf dem Weg. Und mir kam eine Idee: Ein kleiner Zwischenstopp würde nicht nur die Fahrzeit verkürzen. Es wäre auch die perfekte Gelegenheit, im Urlaub noch ein paar Eindrücke mehr zu sammeln. 

 

Ziemlich schnell fiel die Wahl auf Wien, weil mein Mann und ich beide noch nicht da waren. Jetzt waren das Wo und das Wie geklärt. Dem Urlaub stand nichts mehr im Weg. 

 

Wir waren alle gespannt und voller Vorfreude. Aber würde alles klappen?

 

Servus Wien

Auf der Hinfahrt hat alles super geklappt. Die Fahrt nach Wien war einfach. Nach sechs Stunden waren wir da. 

 

Jetzt brauchten wir nur noch ein Hotel. Im Internet hatten wir nämlich keins gefunden, das drei Kinder und zwei Erwachsene in ein Doppelzimmer buchen wollte. In Wien angekommen, fanden wir aber schnell die perfekte Basis für den Urlaub. Mitten in der Stadt, mit Tiefgarage und riesigem Bett für uns fünf. Jetzt konnte die Erkundungstour losgehen. 

 

Und in Wien gibt es wirklich genug zu erkunden. Wien ist wunderschön! Egal wo man hinschaut, sieht man Altbauten, Stuck, goldene Dächer und Pferdekutschen. Allerdings fanden wir es mit den drei kleinen Kindern in der Stadt nicht ganz so entspannt (wir Landeier). 

 

Obwohl Wien insgesamt irgendwie langsamer wirkte als deutsche Großstädte, war es immer noch eine große Stadt. Viele Straßen, überall Autos und wir mit drei kleinen, wuseligen Kindern mittendrin. Meine Augen waren überall. Immer wieder zählte ich schnell durch: 1,2,3...puh, alle da! 

 

Trotz der manchmal aufkommenden Hektik war unsere Zeit in Wien wunderschön. Wir nahmen ein paar tolle Erinnerungen mit: An die wunderschönen Gebäude, die freundlichen Menschen, die tollen Kaffeehäuser. 

 

Aber auch die schönste Zeit geht vorbei. Nach 3 Tagen hieß es: Baba, Wien. Dobar dan, Kroatien!

 

Kroatien

Aber bevor wir Kroatien begrüßen konnte, mussten wir erst einmal fünf Stunden fahren. Wir kamen super durch. Es gab keinen Stau, nicht einmal an den Grenzen. 

 

In Kroatien angekommen, mussten wir nur noch herausfinden, wie wir unser Hotel erreichen sollten. Es lag nämlich auf einer Insel. Aber auch das war schnell geklärt. Wir konnten unser Auto auf einem Parkplatz am Festland abstellen und dann mit einer Fähre übersetzen. 

 

Auf der Insel waren nämlich keine Autos erlaubt. Damit war es das perfekte Kontrastprogramm zu Wien. Keine Straßen, keine Autos, freie Fahrt für unsere drei Rabauken. 

 

Und diese Freiheit nutzten die Kleinen ausgiebig. Sie flitzten von einem Spielplatz zum nächsten. Stürmten den Pool und den Strand. Bauten eine Sandburg nach der nächsten. 

Das Meer war aber leider noch tabu. Mit 26 Grad war es dafür noch nicht warm genug. 

 

Und obwohl es noch etwas zu kalt zum Schwimmen war, bot das Meer eine atemberaubende Kulisse. Es schien endlos. Bis zum Horizont gab es nur Wasser. Und das 360 Grad. Das ist der Vorteil einer kleinen Insel: wo du hinschaust, ist das Meer. Es war paradiesisch. 

 

Obwohl es keine Straßen und Autos gab, konnte es trotzdem ganz schön stressig werden. Die drei Herren haben es sich nämlich nehmen lassen, hin und wieder heftig zu zoffen. Schreie und Schläge inklusive. 

 

Wenn die Drei so loslegen, können sie ziemlich laut werden. Manchmal wäre ich gerne im Boden versunken. Aber das ist der Vorteil an einem Kinderhotel: Alle nahmen es mit Humor. Und zum Glück vertragen die Kleinen sich meistens schnell wieder. 

 

Was man nicht alles von seinen Kindern lernt

Wenn sie sich nicht gerade stritten, spielten sie zusammen im Pool oder auf einem der Spielplätze. Oft auch mit anderen Kindern. Dabei waren auch Sprachbarrieren kein Problem. Irgendwie konnten sich die Kleinen schon verständigen. Das Geheimnis ist lautet: einfach machen. Nicht groß nachdenken. 

 

Davon können wir uns echt eine Scheibe abschneiden. Vor allem einer der Twins ist total kontaktfreudig. Er hat keine Hemmungen, Menschen anzusprechen. Dabei ist es auch egal, ob die ihn nicht verstehen. Er ist wirklich der Wahnsinn. Am Pool, am Strand, im Restaurant, in der Stadt – er begrüßt jeden. „Hallo, bist du auch im Urlaub?“. 

 

Wenn er sie anspricht, schauen die meisten kurz verdutzt, freuen sich dann aber über den Kleinen. Es ist erstaunlich: Die Menschen, die am griesgrämigsten wirken, entpuppen sich als die freundlichsten. 

 

Selbst in den ungünstigsten Situationen nimmt ihm das keiner übel. Meine Lieblingssituation des Urlaubs gab es auf der Toilette einer Raststätte: „Hallo Mann, warst du auch auf Klo?“. Der Mann lächelte den Kleinen nur an. „Ja? Ja? Also ich hab Pipi macht. Und du?“. Der Mann erwiderte etwas schüchtern: „Ich war auch auf Toilette“. „Ok, und was machst du jetzt?“. 

 

An dem Kleinen kann ich mir echt ein Beispiel nehmen. Ok, ich werde wohl nicht anfange, Menschen nach auf der Toilette zu fragen, was sie machen. Aber ich weiß jetzt, dass die meisten Menschen wirklich freundlich reagieren, wenn man sie anspricht. 

 

Erinnerungen

Solche Geschichten sind es, die man aus einem Urlaub mit Kindern mit nach Hause bringt. Aber vorher stand noch die Rückfahrt an. Diesmal allerdings ohne Zwischenziel. Das heißt: Am Ende sind wir 13 Stunden gefahren inklusive Staus, Grenzen und Pausen. Das war wirklich anstrengend. 

 

Am Anfang ging es noch, aber spätestens nach 8 Stunden wurde den Kindern richtig langweilig. Vollkommen verständlich. Beim nächsten Mal legen wir wieder einen Stopp ein wie auf der Hinfahrt. 

 

Trotzdem werden wir wieder nach Kroatien fahren. Die Woche hat uns allen wirklich gut getan. Wir kamen nach Hause mit einen Sack voll Erinnerungen. Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit in einem wunderschönen Land. 

 

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